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Dienstag, 21. Oktober 2025
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Studis in der Jugendherberge: Überbrückungsangebot für Studierende in Wohnungsnot
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Räumung in der Habersaathstraße: Wohnungen stehen wieder leer und Menschen sind wieder wohnungslos
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Vermeintliche Sicherheit in der U8: BVG präsentiert Überwachungsmaßnahmen
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zu Beginn des Wintersemesters an den Berliner Hochschulen suchen viele neue Studierende bezahlbaren Wohnraum, oft ohne Erfolg. Günstige Zimmer in Studierendenwohnheimen sind rar, überteuerte Übergangslösungen wie Zwischenmieten Normalität. Und während eine politische Lösung für die Wohnungsnot in der Stadt in weiter Ferne liegt, legt nun das Deutsche Jugendherbergswerk ein Angebot extra für Studierende vor, die keine andere Bleibe finden.
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»Long Stay« heißt das Angebot, auf das Studierende und Auszubildende in jeweils einer Jugendherberge in Berlin und Potsdam im Wintersemester zurückgreifen können. In der Jugendherberge Berlin-International zahlen Mitglieder des Jugendherbergswerk dann für ein Einzelzimmer mit Dusche und WC inklusive Frühstück 27 Euro pro Nacht ab 15 Übernachtungen. Auf den Monat gerechnet sind das gute 800 Euro – gemessen am Bafög-Satz für Wohnausgaben von 380 Euro im Monat ist das furchtbar teuer. Gemessen an den für WG-Zimmer in der Innenstadt mittlerweile verlangten Preisen ist das leider gar nicht mal so teuer.
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Das Jugendherbergswerks sollte eigentlich gar nicht erst Studierende auffangen müssen, die kein WG-Zimmer finden oder auf Dauer bezahlen können. Doch in Anbetracht der desolaten Lage in der Stadt sind auch längere Hostel-Aufenthalte neben überteuerten möblierten Apartments auf Zeit und Zwischenmieten ohne Anmeldung im 8-Quadratmeter-WG-Zimmer keine Ausnahme mehr für Studis in Berlin.
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Das Berliner Studierendenwerk kann dem kaum etwas entgegensetzen. Zwar gibt es Zimmer in Studi-Wohnheimen zu durchaus bezahlbaren Preisen, doch davon viel zu wenig. Nur fünf Prozent der Berliner Studierenden kommen im Wohnheim unter. Eine Erhebung des Studierendenwerks hat dem vorläufigen Ergebnis nach gezeigt, dass 66 Prozent der Studierenden mehr als die 380 Euro Miete bezahlen, die im Bafög-Satz vorgesehen sind. 11 Prozent zahlen über 750 Euro. 40 Prozent der Studienanfänger*innen suchen länger als ein halbes Jahr nach einer Bleibe. Ein Drittel der Berliner Studierenden lebt von weniger als 800 Euro im Monat, weitere 42 Prozent von 900 bis 1000 Euro.
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Bild des Tages
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»Jede Räumung hat ihren Preis«: Frühmorgendlicher Protest gegen die Zwangsräumung in der Habersaathstraße | Foto: dpa/Sven Kaeuler
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Auch die Berliner Politik ist bislang auf keinem guten Weg, die Wohnungsnot in den Griff zu bekommen. Ein Symptom der Schieflage ist der Gebäudekomplex in der Habersaathstraße in Mitte. Obdachlose Menschen besetzten vor vier Jahren intakte Wohnungen im zum Großteil leerstehenden und zum Abriss vorgesehenen Gebäude. Gestern wurden zwölf dieser Wohnungen mit einem großen Polizeieinsatz geräumt.
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Dadurch verlor Silke Brey ihren Wohnraum. Weil sie eine Katze als Haustier hat, ist es schwierig für Brey, einen Platz in einer Unterkunft zu finden. Sie befürchtet nun, wieder auf der Straße zu landen. Auch anderen Bewohnern der Habersaathstraße droht nach erfolgreichen Räumungsklagen der Verlust ihres Wohnraums. Mein Kollege David Rojas Kienzle war am Montagmorgen vor Ort in Mitte, hat sich die Räumung und den Protest dagegen angeschaut und mit Brey und Habersaath-Bewohnern gesprochen. Seinen Bericht findet ihr hier.
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Obdachlose Menschen werden nicht nur aus Wohnungen rausgeworfen, sondern auch zunehmend aus dem öffentlichen Raum verdrängt. So kritisieren Sozialarbeiter*innen zum Beispiel das Projekt »Reinigungsstreife« von BVG und Polizei, weil die Adressat*innen der Wohnungslosen- und Suchthilfe nicht mehr an den Bahnhöfen entlang der Linie U8 aufzufinden seien.
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Die BVG geht nun noch einen Schritt weiter und präsentiert den Bahnhof Kottbusser Tor als »Innovationsbahnhof«. Dort würden Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit von Senior*innen, queeren Menschen und Frauen getestet. Der »Muckefuck« mutmaßt, dass der Bahnhof für obdachlose und/oder suchtkranke Senior*innen, queere Menschen und Frauen nicht sicherer wird. Unsere Innenpolitik-Redakteurin Jule Meier hat mehr Infos hier parat.
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Hält eigenen Wohnraum für sicherer als Vertreibung und Überwachung:
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Auch wir Journalist*innen müssen unsere Bohnen verdienen:
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Marten Brehmer
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Nicolas Šustr
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»Wenn sie mich auf die Straße schicken, ist das, als würden sie mir ein Todesurteil geben.«
Benjamin Bewohner Habersaathstraße
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Die Räumung in der Berliner Habersaathstraße ist kein Einzelfall. Sie zeigt exemplarisch, wie gescheiterte Wohnungspolitik und Investoreninteressen Menschen in die Obdachlosigkeit treiben.
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Heute, 21. Oktober um 20 Uhr
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