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Dienstag, 20. Januar 2026
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FortSEZung folgt: Linke-Antrag entfacht neue Diskussionen um Abriss von Ex-DDR-Spaßbad
Angriff vor Anpfiff: Hertha-Fanszene kritisiert konfrontative Einsatzkonzepte der Berliner Polizei
Bis an die Zähne verzockt: Staatsanwaltschaft ermittelt zu Korruptionsskandal um Zahnarzt-Renten
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keine Erholung für das DDR-Erholungszentrum: Auch im neuen Jahr lässt die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) die Abrissvorbereitung am ehemaligen Sport- und Erholungszentrum (SEZ) fortsetzen. Während Anwohner*innen und Expert*innen weiter protestieren, wird im Abgeordnetenhaus noch einmal über einen Antrag der Linksfraktion diskutiert. Und siehe da: Der Kampf ums SEZ geht weiter und könnte, gerade vor den Wahlen im September, noch für einigen Wirbel sorgen. Der »Muckefuck« erklärt euch, warum.
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»Wir wollen hier noch nochmal eine erneute, wirklich vertiefte Debatte haben über die Zukunft des SEZ«, kündigt Michael Efler, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Linksfraktion, am Montag im Abgeordnetenhaus an. Per Antrag fordert seine Partei »eine neue, echte Machbarkeitsstudie«, bei der zumindest ein teilweiser Erhalt des Ostmoderne-Baus zusammen mit neuen Wohnungen infrage komme. Die vorliegende Machbarkeitsstudie, so Efler, sei von vornherein nur auf den Abriss ausgelegt gewesen. Unter anderem sieht der Antrag einen Ideenwettbewerb vor sowie eine Kostenprüfung für einzelnerFreizeitangebote vor. Man bitte den Senat, so Efler, ein weiteres Mal, »sich geistig zu öffnen«.
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Abrissbirnenhart bleibt aber Bausenator Christian Gaebler (SPD). Dass viele Menschen schöne Erinnerungen mit dem SEZ verbänden, könne er nur zu gut verstehen. »Das ist jetzt aber über 30 Jahre her und 20 Jahre davon ist dieses Gebäude nicht mehr betrieben worden«, sagt Gaebler. Das SEZ in dieser Form gäbe es heute schlichtweg nicht mehr. Die entscheidende Frage für den SPD-Politiker bleibt: »Wollen wir 300 Wohnungen und ein Spaßbad oder wollen wir 600 Wohnungen?« Wer sich wie die Linke über mangelnden Wohnraum beschwere, dürfe dann bei Neubauprojekten wie diesem nicht im Weg stehen. Die federführende WBM, sagt Gaebler, werde die geplanten Maßnahmen (also den Abriss) im Laufe des Jahres umsetzen.
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Parteikollege und Stadtenwicklungssprecher Mathias Schulz hingegen spricht von einer »Debatte, die schwerfällt«. Es werde kein Schwimmbad geben, genausowenig wie ein Ergebnis, bei dem keine neue Wohnungen entstehen. Doch auch die SPD hätte Schulz zufolge eine offenere Machbarkeitsstudie für gut empfunden – und möchte die Diskussion über die Zukunft des SEZ fortsetzen. Unterstützung erhält die Linke zudem aus den Reihen der Berliner Grünen. »Ich frage mich manchmal, ob wir diese Debatte genauso führen würden, würde es ums ICC gehen. Ich glaube nicht«, sagt deren Stadtentwicklungsexperte Julian Schwarze. Die Forderung, den Abriss zu stoppen, sei durchaus berechtigt.
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Insbesondere die abwartende Haltung der SPD gibt den Abrissgegner*innen jetzt ein wenig Hoffnung: Für den 2. März ist eine Abstimmung über den Linke-Antrag geplant, zusammen mit einer Expert*innen-Anhörung im Stadtentwicklungsausschuss. In einem offenen Brief hatten sich Architekt*innen und Wissenschaftler*innen aus ganz Deutschlang zuletzt gegen einen Abriss ausgesprochen. Auch ein Aufruf der Initiative »SEZ für alle!« könnte am Montag seine Wirkung gezeigt haben. Sie forderte vor Kurzem dazu auf, E-Mails an zuständige Abgeordnete zu schreiben. Wie die Initiative dem »Muckefuck« mitteilt, seien in den vergangenen Tagen mehrere Hundert Mails an Ausschuss-Mitglieder verschickt worden. Wir bleiben dran!
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Bild des Tages
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Platzhirsch und König der Kiefernwälder: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf der Grünen Woche | Foto: dpa/Sebastian Gollnow
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Fleißig diskutiert wird derweil auch nach dem Einsatz der Berliner Polizei gegen Fans von Hertha BSC. Am Samstag war die Lage am Olympiastadion noch vor Spielbeginn gegen Schalke 04 eskaliert. Polizeiangaben zufolge wurden bei Auseinandersetzungen 31 Fans sowie 21 Beamte verletzt. Große Teile der Fanszene entschieden daraufhin, das Spiel aus Protest zu boykottieren. Wie genau es zur Gewalt kam, ist bislang unklar. Fanhilfe und Polizei machen sich gegenseitig Vorwürfe.
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Mitten dazwischen steht nun Berlins Sportsenatorin Iris Spranger (SPD), die am Spieltag selbst im Stadion vor Ort war. Sie kündigt nun ein klärendes Gespräch mit Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich und der Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel an. Der Verein, der ebenfalls verletzte Mitarbeiter zu beklagen hat, hatte Kritik an Einsatzkonzepten der Polizei geübt, die seinem Eindruck nach zunehmend auf Konfrontation mit Fußballfans setze. Ähnlich sehen es grüne und linke Lokalpolitiker*innen in Berlin. Jule Meier, unsere Reporterin für Innenpolitik, hat sich für euch umgehört.
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Mit einem waschechten Korruptionsskandal hat sich Christian Lelek, Redakteur für Arbeit und Gewerkschaft, beschäftigt. Über Jahre hinweg sollen Berliner Zahnärzte ihre eigene Rentenkasse heruntergewirtschaftet haben. Nun drohen den Mitgliedern des betroffenen Versorgungswerks, fast 11.000 Zahnärzt*innen aus Berlin, Brandenburg und Bremen, Kürzungen und Beitragserhöhungen. Mehr als eine Milliarden Euro, die Hälfte des Gesamtvermögens des Versorgungswerks, soll futsch sein.
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Der Grund sind riskante Investitionen – unter anderem in eine Garnelenzucht in Schleswig-Holstein oder in Geschäfte des Immobilienkonzerns Signa von René Benko. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt unter anderem wegen Verdachts auf Vorteilsnahme und Bestechlichkeit. Die aktuelle Leitung der Rentenkasse, die das Verfahren selbst ins Rollen gebracht hat, beschuldigt ihre Vorgänger*innen. Wie genau das alles funktioniert hat und warum betroffene Zahnärzt*innen jetzt vor einem »Systemkollaps« warnen, erfahrt ihr hier.
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Wünscht euch einen erholsamen Dienstag ganz ohne Kollaps: Patrick Volknant
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Auch wir Journalist*innen müssen unsere Bohnen verdienen:
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Was heute noch wichtig ist:
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Die Abgeordneten aller Parteien wollen eine gesetzliche Sicherung von Kleingärten. Der Senat sieht eine solche nur für landeseigene Flächen vor. Die Linksfraktion will Flächen in privater Hand einschließen.
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Lola Zeller
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Im Sommer 2025 wurden Probleme mit Gewalt an Cottbuser Schulen bekannt. Jetzt will das Innenministerium eine Konzentration von Migranten in der Stadt verhindern.
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Andreas Fritsche
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»Was im Stadion beginnt, betrifft letztlich die gesamte Stadtgesellschaft und sollte auch in linker Politik thematisiert werden.«
Asya Şenyüz Linksfraktion Mitte
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Auf die Idee, Geflüchtete aufs Land abzuschieben, ist Innenminister René Wilke schon gekommen, als er noch in der Linken war. Sollte es damals Gewalttäter treffen, richtet sich die Maßnahme nun gegen alle Migranten.
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Foto: picture alliance/dpa/UGC/AP | Uncredited
Heute, 20. Januar um 19 Uhr Aquarium (Südblock)
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