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Antisemitismus verfestigt sich: Bericht dokumentiert weiterhin hohes Fallaufkommen für Berlin
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Museum, eine Frage des Geldes: Selbstständige Stadtführer wollen keinen Eintritt zahlen
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Freiraum in Gefahr: Lobbygruppen wollen das Tempelhofer Feld bebauen
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und rein in die grausige Hauptstadtrealität: »Der sprunghafte Anstieg antisemitischer Vorfälle in Berlin nach dem 7. Oktober 2023 war keine kurzfristige Entwicklung. Sie besteht und entwickelt sich fort«, sagte Julia Kopp von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS). 2197 antisemitische Vorfälle hat RIAS für das Jahr 2025 dokumentiert. Das sind 324 Fälle (13 Prozent) weniger als 2024, aber nach wie vor deutlich mehr als in den Jahren vor dem Angriff der Hamas auf Israel. Zwischen 2018 und 2022 wurden jeweils knapp 1000 Vorfälle registriert. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den RIAS am Mittwochvormittag in der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße in Mitte vorstellte.
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RIAS dokumentiert die einzelnen Fälle und wertet sie entlang verschiedener Kategorien aus.
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So wird etwa deutlich, dass die Taten vorwiegend im Internet (962 Vorfälle) und auf offener Straße (714 Fälle) begangen wurden. Adressat waren in der Regel Institutionen (1020 Fälle), dazu gehören jüdische Einrichtungen und Verein, aber auch nicht-jüdische ziviligesellschaftliche Organisationen, Parteien oder Medien. Einzelpersonen traf es weniger (405 Fälle), dann aber mehrheitlich offline. In den Bezirken Mitte (362) und Friedrichshain-Kreuzberg (224) wurden die meisten Vorfälle gezählt. In Charlottenburg-Wilmersdorf, Lichtenberg und Marzahn-Hellersorf überstieg die Zahl der 2025 erfassten Fälle die aus dem Vorjahr.
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RIAS schlüsselt auch nach Vorfallstypen auf und kommt zu dem Schluss: Der allergrößte Anteil (2004 Vorfälle) umfasst »verletzendes Verhalten«. So definiert RIAS ein breites Spektrum von gezielter Diskriminierung jüdischer Personen über Anfeindungen mit antisemitischen Inhalten bis zu Aufklebern und Graffiti. So wurden etwa zwei Frauen, die nachts in einem Ride-Sharing-Auto mitfuhren und sich dort auf hebräisch unterhielten, von dem Fahrer mit der Begründung rausgeworfen, dass er keine »Babykiller« mitnehme. Der enorme Anstieg aller antisemitischer Vorfälle seit dem 7. Oktober 2023, geht vor allem auf das Konto dieser Vorfälle mit verletzendem Verhalten. In den Kategorien extreme Gewalt, Angriffe, Sachbeschädigungen und Bedrohungen umfasst wurde eine zweistellige Zahl von Vorfällen erfasst. Sie stiegen auch weniger deutlich.
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Der politische oder weltanschauliche Hintergrund der Vorfälle blieb weitgehend unbekannt (70,6 Prozent der Fälle). Die meisten zugeordneten Fälle (13,8 Prozent) entfielen auf das Spektrum des »antiisraelischen Aktivismus«. Darunter fasst RIAS »ein sehr heterogenes Milieu, in dem die israelfeindliche Motivation der Akteur*innen oder Gruppen eindeutig gegenüber einer Positionierung etwa im linken, rechten oder islamistischen Milieu überwiegt«. 5,6 Prozent der Fälle wurden als rechtsextrem/rechtspopulistisch eingestuft, 3,8 Prozent als links/antiimperialistisch, 3,7 Prozent als verschwörungsideologisch und 1,3 Prozent als islamisch/islamistisch.
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Antisemitismus hat RIAS zufolge verschiedene Erscheinungsformen. Weiterhin dominiere der israelbezogene Antisemitismus das Vorfallgeschehen (67,7 Prozent). Besonders hervor hebt der Jahresbericht die Verwendung des Begriffs »Zionismus«. Der Begriff werde häufig (522 Fälle) »nicht zur Beschreibung einer politischen Position benutzt, sondern um Gegner zu markieren und abzuwerten«, sagte RIAS-Leiterin Kopp bei der Präsentation. RIAS führt beispielhaft ein »Zios ins Lager« Graffiti an.
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Bild des Tages
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Die Bundesminister Dobrindt und Pistorius stellen ihren Pakt für Zivilschutz vor. Mit dabei: Berlins Innensenatorin Iris Spranger (l., SPD) | Foto: dpa/Kay Nietfeld
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RIAS hebt weiterhin hervor, dass sich die Dynamik antisemitischer Vorfälle nicht maßgeblich abgeschwächt habe, obwohl die direkten Bezüge, etwa auf das Kriegsgeschehen in Gaza, zurückgegangen seien. Das weise daraufhin, dass »sich bestimmte antisemitische Narrative und Reaktionsweisen seit dem 7. Oktober 2023 normalisiert haben und sich vom konkreten Anlass als legitimierenden Begründungszusammenhang ablösen«.
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Wie Julia Kopp erzählte, würden viele Betroffene Solidarität vermissen. Unwidersprochener Antisemitismus trage aber dazu bei, dass die Hemmschwelle sinke. Wie Kopp sagte, laufe die gesellschaftliche Diskussion über Antisemitismus häufig abstrakt oder entlang von Einzelfällen ab, für Jüd*innen jedoch bedeute er eine alltägliche Einschränkung der Sicherheit und der gesellschaftlichen Teilhabe. Sigmount Königsberg, der Antisemitismusbeauftragte der Jüdischen Gemeinde Berlin berichtete, dass für viele Gemeindemitglieder die Sicherheit, die sie noch vor einigen Jahren in Berlin verspürt hätten, gewichen sei. Nun sei da eine »große Verunsicherung«. Er wisse von Personen, die Berlin verlassen haben oder das vorhaben.
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Am Jüdischen Museum in Berlin und an der NS-Gedenkstätte Sachsenhausen führt man noch eine ganz andere Debatte. Der Eintritt ist in beiden Einrichtungen frei, wenn auch im Jüdischen Museum nur für die Dauerausstellung. Ausgenommen sind davon allerdings selbstständige Stadtführer*innen. Im Jüdischen Museum müssen sie unabhängig von der Größe der Gruppe, die sie mitbringen, pauschal 120 Euro abdrücken. In der Gedenkstätte Sachsenhausen werden pro Gast drei Euro fällig.
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Der Verband der Berliner Stadtführer kritisiert das: »Wer freien Zugang zu Erinnerungskultur und historischer Bildung ernst nimmt, darf qualifizierte Vermittlungsarbeit nicht finanziell bestrafen«, heißt es in einer Pressemitteilung. Mein Kollege Andreas Fritsche hat sich für euch angeschaut, was dran ist an der Kritik, und auch die beiden Einrichtungen um Stellungnahme gebeten. So viel sei schonmal verraten: Sie halten die Gebühren natürlich für notwendig.
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Bleibt wachsam! Christian Lelek
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Auch wir Journalist*innen müssen unsere Bohnen verdienen:
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Was heute noch wichtig ist:
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Zwei Architekten versprechen 21 400 neue Wohnungen. Mit 16 Euro Kaltmiete je Quadratmeter wären sie aber nur schwer bezahlbar.
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Hannah Blumberg
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Mieter*innen der Nahariya-Siedlung im Süden Berlins beklagen Legionellenbefall und jahrelange Vernachlässigung durch die Adler Group.
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David Rojas Kienzle
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Während sich das Virus in Zentralafrika weiter ausbreitet, wird fieberhaft nach den Übertragungsketten gesucht.
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Kurt Stenger
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»Der Legionellen-Skandal und die erheblichen Mängel in allen Häusern der Nahariya-Siedlung sind eine lebensbedrohliche Gefahr und Respektlosigkeit gegenüber uns Mieter*innen.«
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Mieterin im Nahariya-Kiez
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Hakenkreuz und Mordaufrufe wurden in der Ueckermünder Straße in Berlin an Hauswände geschmiert – und mit antifaschistischen Losungen beantwortet.
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Heute, Donnerstag, 21. Mai, 19 Uhr Robert-Havemann-Saal
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Eintritt frei – Anmeldung empfohlen: forum@berliner-mieterverein.de
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Was braucht Berlin für eine gerechte Wohnungspolitik? Der Berliner Mieterverein hat mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl im September Parteivertreter*innen eingeladen um über ein mögliches Wohnungswirtschaftsgesetz und weitere konkrete Lösungen für die Stadt zu diskutieren. Weitere Themen sind: Pflichten für Vermieter:innen, Instandhaltungsgebote, Gewinnbegrenzung und ein Landesamt für Wohnungswesen.
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Katrin Schmidberger (Grüne)
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Weitere Informations findet ihr hier.
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Video des Tages
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»Klassentreffen« ist ein Podcast über Klasse, Krise und Kultur mit Olivier David. Jeden Monat neu auf
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Deine Tasse Muckefuck ist leer, für heute. Wir machen dich morgen früh wieder wach
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