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Sozialabbau brennt mehr als Sonne: Bei fast 40 Grad kommt große Kundgebung zur Verteidigung des Sozialstaats zustande
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Kirchen, öffnet eure Pforten: Nur wenige kirchliche Gebäude bieten wochentags Zuflucht vor der Hitze
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Schmetterling hält Bezirke in Schach: Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist eine mühsame Aufgabe
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an so heißen Tagen, wie wir sie dieses Wochenende in der Hauptstadt hatten, lautet die Empfehlung des Berliner Landesamts für Gesundheit an die Bürger*innen: Sich in kühlen Räumen aufhalten und Aktivitäten in den heißen Stunden des Tages meiden. Trotzdem haben sich am Samstagmittag bei fast 40 Grad rund 1000 Menschen im Invalidenpark versammelt. Denn der Abbau des Sozialstaats brennt den Berliner*innen mehr unter den Nägeln, als die Sonne auf dem Kopf.
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»Es reicht«, rufen die Demonstrierenden lautstark auf einer Kundgebung, zu der unter anderen der Gewerkschaftsbund DGB Berlin-Brandenburg und der Berliner Mieterverein aufgerufen haben. Ein breites Bündnis wehrt sich gegen den Angriff der Bundesregierung auf Rente, Krankenversicherung, den Acht-Stunden-Arbeitstag und Co. Wer Platz findet, drängt sich im Schatten der großen Pappel oder der kleinen aufgebauten Pavillons zusammen. Mitten in der prallen Sonne auf dem Platz vor der Bühne, geschützt mit Sonnenhut und -brille, steht aber Claudia und ruft lautstark die Parolen mit: »Rente – Finger weg! Krankenversicherung – Finger weg!«
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»Ich bin hier, weil mir die Zukunft sehr hoffnungslos erscheint«, sagt Claudia zum »Muckefuck«. Die 31-Jährige aus Wedding treibt die Angst vor den politischen Entwicklungen um, etwa dass ihre Mutter ihre Krankenversicherung verlieren könnte oder ihr Partner eingezogen wird. Auch vor einer Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit graut es der Programmiererin, der schon die 40-Stunden-Woche zu schaffen macht. »Im IT-Bereich merkt man das ja total: Die Effektivität steigt, aber die Arbeitszeit geht nicht runter. Dinge, die vorher Stunden gebraucht haben, dauern jetzt nur eine Minute, und trotzdem sollen wir immer mehr arbeiten?«
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Wütend über die Sozialkürzungen sind auch die Sozialarbeiter*innen Maja und Irina. Schon jetzt erleben sie, wie Kürzungen in der Jugendhilfe und der Wohnungslosenhilfe in Berlin – dort sind beide jeweils tätig – schlimme Konsequenzen für die Betroffenen haben. »Es findet gar keine Bedarfsprüfung mehr statt«, berichtet Maja aus der Jugendhilfe. So würden junge Menschen, die etwa ein bestimmtes Alter wie 20 oder 21 Jahre erreicht haben, zum Teil keine Unterstützung mehr erhalten, obwohl sie diese noch bräuchten, und müssten aus den Jugendhilfe-Einrichtungen ausziehen.
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»Dann landen die Menschen bei uns in der Wohnungslosenhilfe«, sagt Irina. Auch hier fehlten die Mittel, die Unterkünfte seien voll und die Zustände vor allem in den Notunterkünften schlimm. »Wir erleben beide täglich den krassen Kahlschlag.« Viele Sozialarbeiter*innen hielten diese Zustände nicht aus und verließen den Job, sagt Maja. »Alle wollen kündigen, aber man muss sich doch organisieren und zusammen etwas dagegen machen.« Noch ein paar weitere Infos gibts hier.
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Bild des Tages
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Sind wütend über den Angriff auf den Sozialstaat: Teilnehmer*innen der Kundgebung im Invalidenpark. | Foto: dpa/Carsten Koall
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Während das Bedürfnis, etwas gegen den Sozialabbau zu machen, Maja und Irina in der brütenden Hitze zur Kundgebung in den Invalidenpark getrieben hat, treibt die brütende Hitze andere wiederum in offene Kirchengebäude – nicht, um für besseres Wetter zu beten, sondern weil Kirchen selbst in der Regel ziemlich kühl sind. Das Land Berlin wünscht sich daher noch viel mehr offene Kirchentüren im Sommer herbei. In der Praxis allerdings klappt das nicht so gut, wie unsere Autorin Marina Mai herausgefunden hat.
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Nur 13 evangelische und ähnlich wenige katholische Kirchen können wochentags tatsächlich eine Zuflucht vor der Sommerhitze bieten, vielen anderen fehlen wohl die Ressourcen für die Aufsicht. Die Kirchen, die doch offen sind, vermelden wiederum kein erhöhtes Aufkommen an besonders heißen Tagen. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier.
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Was in der Praxis auch nicht so gut klappt: Berliner Bäume vom Eichenprozessionsspinner freizuhalten. Zumindest fordern die Bezirke, denen diese Aufgabe zukommt, mehr Unterstützung vom Berliner Senat, um auf die Ausbreitung des Schmetterlings zu reagieren. Denn die in Nestern in den Eichen lebenden Raupen können starke allergische Reaktionen bei Menschen hervorrufen, weshalb sie in mühsamer Arbeit von den Bäumen entfernt werden müssen.
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Dass die Eichenprozessionsspinner sich überhaupt so wohl vielen in Berlin und Umgebung, dass liegt auch an der Klimakrise- »Eichenprozessionsspinner mögen trockene und warme Frühjahre«, sagt Derk Ehlert, Wildtierexperte des Senats, zu meiner Kollegin Jule Meier. Sie hat sich mit der diesjährigen Raupensituation gründlich auseinandergesetzt. Ihren Artikel findet ihr hier.
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Habt einen guten Start in die Woche!
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Auch wir Journalist*innen müssen unsere Bohnen verdienen:
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Was heute noch wichtig ist:
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Unterlegener Bieter Alstom verzichtet auf weitere rechtliche Schritte. Die Verträge können unterzeichnet werden.
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Nicolas Šustr
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Nach sechs Jahren Abwesenheit leben wieder Dickhäuter im Tierpark Berlin. Mit dem Regierenden Bürgermeister besucht sie ein anderes hohes Tier.
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Andreas Fritsche
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Am Bahnhof von Werder (Havel) werden 357 überdachte Stellplätze für Drahtesel gebaut. Es besteht großer Bedarf.
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Andreas Fritsche
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»Erst die Pläne zur Krankenversicherung, jetzt die Rente – die Leute sind alle auf der Zinne.«
Katja Karger DGB Berlin-Brandenburg
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Heute, 29. Juni bis Sonntag, 5. Juli
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Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
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Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin
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