|
|
|
|
Dienstag, 8. September 2026
|
|
|
|
|
Entscheidungswahl des Jahres: Nabu startet Abstimmung für Vogel des Jahres – mit Berliner Liebling
Horrorwahl des Jahres: Berlins Landespolitiker*innen äußern sich zum AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt
|
Erbärmlichkeit des Jahres: Erneuter Anschlag auf das CSD-Denkmal im Tiergarten
|
|
|
|
|
|
|
|
|
und juhu! Der »Muckefuck« ist zurück aus der Sommerpause und wird euch ab sofort wieder über alles Wissenswerte aus der Hauptstadt informieren – in seiner bekannt seriösen Art. Um den Wasserkessel aber erst mal zum Kochen zu bringen, wird der Newsletter diesen September vorerst nur dienstags und freitags in euren Postfächern landen. Dann auch nicht wie heute erst um 10 Uhr, sondern wieder pünktlich um 5 Uhr. Doch genug der Formalitäten. Kommen wir endlich zur Wahl, die gerade ganz Deutschland bewegt: Der Nabu sucht den Vogel des Jahres.
|
Im »Muckefuck« habt ihr es zuerst gelesen: Ab sofort kann beim Naturschutzbund Deutschland für den Nachfolger des amtierenden Champions, des Rebhuhns, abgestimmt werden. Den Vogel des Jahres kürt der Nabu zusammen mit Landesbund für Vogel- und Naturschutz aus Bayern. Mit Kolkrabe, Kranich, Trauerschnäpper, Wasseramsel und Mehlschwalbe gehen echte gefiederte Ikonen an den Start. Der Nabu Berlin hat allerdings einen klaren Favoriten, sollte es zu einem engen Kopf-an-Kopf-Fliegen kommen.
|
»In Berlin sind die Mehlschwalben eigentlich glücklich«, sagt Julia Lorenz dem »Muckefuck«. Für den Nabu leitet sie das vom Berliner Senat geförderte Projekt »Artenschutz am Gebäude«. Im Gegensatz zum Brandenburger Umland, das von Monokulturen geprägt ist, falle dem Vogel in der Hauptstadt die Jagd nach köstlichen Insekten leichter. »Außerdem nutzt die Mehlschwalbe gerne Häuserfassaden, um sich dort mit Speichel und feuchtem Lehm ihre Nester zu bauen.« Auch davon gibt es in der Hauptstadt reichlich, zumindest im Prinzip. Trotzdem gilt die Mehlschwalbe seit 2025 in Berlin als gefährdet.
|
Die Gründe dafür, erklärt Lorenz, sind vielfältig. Einerseits falle es den Vögeln im trockenen Berlin zunehmen schwer, feuchten Lehm für ihre Nester zu finden. Andererseits stießen die halbkugelförmigen Brutstätten bei Menschen oft auf wenig Gegenliebe und würden bei Sanierungen oder Reinigungen oft entfernt. »Das ist nicht nur ein Unding, sondern eigentlich auch verboten«, sagt Lorenz. Die Nester fielen unter das Bundesnaturschutzgesetz. In ihrem Projekt bemüht sich die Nabu-Mitarbeiterin unter anderem darum, über Möglichkeiten für Artenschutz an Gebäuden aufzuklären, an Universitäten oder im Austausch mit Organisationen und Unternehmen.
|
|
Doch auch Einzelpersonen können die Mehlschwalbe unterstützen, indem sie Nistmaterial zur Verfügung stellen. »Lehmstellen kann man super einfach selbst anlegen. Im Grunde ist das nicht mehr als eine kleine Pfütze, die ab und zu gegossen werden muss«, sagt Lorenz. Am Ende würden davon nicht nur der Vogel, sondern auch der Mensch profitieren. Eine hohe Artenvielfalt vor der Haustür, so Lorenz, wirke sich erwiesenermaßen positiv auf die eigene Psyche aus. Der um eure mentale Gesundheit stets besorgte »Muckefuck« lässt euch also wissen: Weitere Informationen zur Unterstützung der Mehlschwalbe findet ihr auf der Webseite der Berliner Nabu und für den Vogel des Jahres könnt ihr hier abstimmen.
|
|
|
|
|
|
Bild des Tages
|
|
Super süß und absolut wettbewerbsfähig: Mehlschwalben | Foto: dpa/Sebastian Willnow
|
|
|
|
|
Anzeige
|
|
|
|
|
|
|
Auch der »Muckefuck« kommt heute leider nicht drum herum: Nicht die Mehlschwalbe, sondern ein ganz anderer Vogel hat am vergangenen Sonntag einen Wahlsieg gefeiert. In Sachsen-Anhalt hat AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, so das vorläufige amtliche Endergebnis der Wahl, surreale 43, 8 Prozent der abgegebenen Stimmen geholt und könnte bald erster Ministerpräsident seiner Partei werden. Die AfD wird in Sachsen-Anhalt, vielleicht habt ihr es mitbekommen, sogar vom Verfassungsschutz als »gesichert rechtsextrem« eingestuft.
|
Aus dem europäischen Ausland richten sich nun besorgte Blicke auf das kleine Bundesland im Osten der Republik. Und auch in Berlin wird gemutmaßt, welche Auswirkungen das Ergebnis für die kommende Wahl zum Abgeordnetenhaus haben könnte. Kristin Brinker, AfD-Spitzenkandidatin, fühlt sich gestärkt: »Die AfD ist die Zukunft! Wir geben weiter Volldampf bis zur Wahl am 20. September in Berlin.« Politiker*innen der anderen, zumindest irgendwie demokratischen Fraktionen sehen das natürlich anders. Der Kollege Andreas Fritsche hat für euch Berliner Stimmen zur Wahl in Sachsen-Anhalt gesammelt.
|
|
Für Betroffenheit sorgt leider auch der Umgang mit dem Gedenkort im Tiergarten, der an den Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day im vergangenen Juli erinnern soll. Innerhalb weniger Tage ist es schon zum zweiten Mal zu einem Angriff auf das CSD-Denkmal gekommen. Anfang des Monats hatten Unbekannte die in Regenbogenfarben bemalte Bank am Gedenkort bereits schwer beschädigt, indem sie einzelne Holzlatten aus ihrem Metallrahmen herauslösten und die Rückenlehne vom restlichen Gestell abbrachen. Jetzt hat es auch den dazugehörigen Gedenkbaum erwischt.
|
Vor rund einem Monat war der betroffene Ahornbaum an der Stelle des CSD-Anschlags gepflanzt worden. Er ersetzte einen Baum, der durch den vom Attentäter gelenkten Transporter so stark beschädigt wurde, dass er ersetzt werden musste. Jetzt wurde sein Nachfolger, geschmückt mit Regenbogen-Fahnen und Gedenk-Bekundungen, in der Nacht zum Sonntag aus dem Boden herausgerissen. Weitere Details und Stimmen zu diesem erbärmlichen Akt findet ihr hier.
|
|
Wünscht euch, trotz allem, einen schwerelosen Dienstag:
|
|
|
|
|
|
|
Auch wir Journalist*innen müssen unsere Bohnen verdienen:
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Was heute noch wichtig ist:
|
|
Berlin hat wegen nicht bewiesener Unterstützung seiner Einwohner weniger Chancen als München, als Bewerber für die Sommerspiele ausgewählt zu werden.
|
Andreas Fritsche
|
|
Der Kanzler will den Sparkurs fortsetzen, doch in der SPD werden Korrekturen gefordert. Die Position von Friedrich Merz in der Union erodiert.
|
Patrick Lempges
|
|
Nach dem Erfolg bei der Landtagswahl setzt die AfD auf Abweichler der Union, das BSW ist nur Plan B.
|
Sebastian Weiermann
|
|
|
|
|
»Ich bin die Antwort auf Sachsen-Anhalt.«
Elif Eralp Linke-Spitzenkandidatin bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2026
|
|
|
|
|
|
|
Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet die Wahl in Sachsen-Anhalt wenig und für Berlin gar nichts – vorerst.
|
|
|
|
|
|
Anzeige
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Heute, 8. September um 19:30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr)
|
SO36 Oranienstraße 190, 10999 Berlin Eintritt gegen Spende: 2–5 Euro
|
|
|
Christlich-fundamentalistische Bewegungen gewinnen weltweit an Einfluss. Sie vertreten offen antidemokratische Positionen, greifen feministische Errungenschaften an und bekämpfen queere Rechte. Transnational sind sie eng vernetzt, strategisch organisiert und finanziell gut ausgestattet. Welche Verbindungen bestehen zwischen den USA und Deutschland? Welche Auswirkungen haben die internationalen Netzwerke der Abtreibungsgegner*innen auf Demokratie und Gesellschaft? Und welche Gegenstrategien funktionieren? Antworten auf diese Fragen geben heute Abend die Journalistinnen Lina Dahm und Annika Brockschmidt im SO36.
|
|
|
|
|
|
Video des Tages
|
|
|
|
|
|
|
|
|
»Klassentreffen« ist ein Podcast über Klasse, Krise und Kultur mit Olivier David. Jeden Monat neu auf
|
|
|
|
|
|
Muckefuck wurde dir empfohlen und du möchtest es abonnieren?
|
|
|
|
|
|
|
Deine Tasse Muckefuck ist leer, für heute. Wir machen dich morgen früh wieder wach
|
|
und freuen uns über dein Feedback.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|