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Freitag, 11. September 2026
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Keine Lust auf Parteien: Elf unabhängige Kandidaten treten zur Berlin-Wahl an
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Keine Lust auf Faschismus: Das Antifaschistische Bündnis Spandau will in der Bezirkspolitik mitmischen
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Keine Lust auf Obdachlosigkeit: Psychische Erkrankungen, Armut und Wohnungslosigkeit bedingen sich gegenseitig
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noch anderthalb Wochen bis zur Wahl in Berlin, es gibt also aktuell kaum andere Themen, die die Hauptstadt bewegen. Den armen Steffen Krach erwischt ausgerechnet in der heißen Phase eine Razzia beim ihm zuhause – wäre er nicht bei der SPD, dann würde er uns gar leid tun. Er wird der Bestechlichkeit wegen eines Vorgangs zu seiner Zeit als Präsident der Region Hannover verdächtigt, doch habe er die Spende, um die es gehen soll, gar nicht angenommen, beteuert er selbst.
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Spendenaffären, Korruptionsermittlungen, Investorennähe – irgendwie ist es ja doch immer wieder dasselbe mit der Parteienpolitik. Da verwundert es nicht, dass viele Menschen darauf gar keine Lust haben. Wer sich nicht gleich ganz der ganzen Wählerei verweigern will, könnte Glück haben: In 10 von 78 Berliner Wahlkreisen treten parteiunabhängige Kandidaten an, wie der RBB aufgedröselt hat. Im Wahlkreis 3 in Friedrichshain-Kreuzberg könnt ihr sogar zwischen zwei unabhängigen Kandidaten wählen!
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Genau in diesem Wahlkreis tritt übrigens Mutombo Kandu Mansamba an. Der Name könnte euch bekannt vorkommen, denn seit Jahren setzt er sich für die Aufklärung des Todes seines Bruders Kupa Ilunga Medard Mutombo ein. Medard Mutombo starb 2022 während eines Polizeieinsatzes in Berlin. Sein Bruder legte Beschwerde bei der Ombudsstelle für das Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz, die daraufhin das Vorgehen der Berliner Polizei formell beanstandete. Meine Kollegin Jule Meier berichtete in der Vergangenheit nicht nur über den Fall, sondern organisierte auch eine Podiumsdiskussion mit Mutombo Mansamba, dier ihr hier anhören könnt. (Um die Berlin-Wahl ging es nicht.)
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Mutombo Mansamba kämpft weiterhin für soziale Gerechtigkeit und gegen Polizeigewalt, nun auch als Direktkandidat für das Abgeordnetenhaus. Interessant sind auch die anderen parteilosen Kandidaten: Ein Sozialarbeiter und ein ehemals wohnungsloser Mennsch in Neukölln, ein Friseur in Tempelhof-Schöneberg, ein Lehrer, ein Journalist, ein ITler – der »Muckefuck« kann sie nicht alle vorstellen. Auffällig ist allerdings: Es sind ausschließlich Männer, die auf die Idee kommen, ohne den Rückhalt einer Partei fürs Abgeordnetenhaus zu kandidieren. Hat das vielleicht etwas mit dem männlichen Ego zu tun?
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Apropos männliches Ego: Jan Mihm tritt in Friedrichshain-Kreuzberg an, im Wahlkreis 4, und bringt Andreas Fritsche und Marten Brehmer aus dem Team Hauptstadtregion zum Lachen. Andreas Fritsche freut sich insbesondere über den Wahlslogan »Bester Mann«, den er einmal täglich im Büro zitiert. Außerdem gefällt ihm, dass Mihm einen Teil der Fläche auf seinen Wahlplakaten für die Firmenlogos von Sponsoren reserviert hat. »Er gibt wenigstens offen zu, sich kaufen zu lassen.« Kollege Marten Brehmer erheitert hingegen, dass sich Mihm auf jedem Plakatmotiv mit einem anderen Bart zeigt – mal glattrasiert, mal mit Vollbart, mal nur mit Schnauzer.
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Bild des Tages
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Gestreikt wird in Berlin natürlich mit und ohne Wahlkampf: Aktuell befinden sich Beschäftigte des Unionhilfswerk im Ausstand. | Foto: dpa/Carsten Koall
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Ohne Partei im Rücken kandidiert derweil auch das Antifaschistische Bündnis Spandau zur Wahl der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Und da dürfen sogar Frauen mitmachen! Auf der Liste stehen zwar doppelt so viele Männer (vier Männer und zwei Frauen), aber Spitzenkandidatin ist Anne-Liselotte Düren. Seit 1997 mischt sie bei antifaschistischen Organisationen in ihrem Bezirk mit.
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Düren saß zwar in der Vergangenheit bereits für Die Linke in der BVV, doch beigetreten ist sie der Partei nie. »Dafür bin ich zu eigenständig«, sagt die mittlerweile 68-Jährige zu Andreas Fritsche, der sie im Vorfeld der Wahl mit seinen Fragen gelöchert hat. Seinen Artikel über das Bündnis und seine Spitzenkandidatin lest ihr hier.
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Berlins Straßen werden nicht nur aktuell vom Wahlkampf dominiert, sondern werden auch ein immer härteres Pflaster für Menschen ohne Dach über dem Kopf. Darauf machen heute, dem Tag der Wohnungslosen, zahlreiche soziale Initiativen und Interessenvertretungen mit Kundgebungen und Diskussionsveranstaltungen aufmerksam. In Berlin zum Beispiel das Bündnis gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen und die Union für Obdachlosenrechte.
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Viele Menschen, die auf der Straße leben müssen, haben psychische Erkrankungen und erhalten nicht die Unterstützung, die sie brauchen. Gleichzeitig führt Armut in vielen Fällen erst zu psychischen Erkrankungen oder dazu, dass diese nicht ausreichend behandelt werden. »Die soziale Schieflage bestimmt die individuellen Möglichkeiten, die psychischen Belastungen überwinden oder wenigstens lindern zu können«, schreibt unsere Autorin Anne Seeck in einem ausführlichen Artikel zu dem Thema.
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Freut sich schon aufs Ende des Wahlkampfs und hofft, dass dieses Mal die Wahl nicht wiederholt werden muss:
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Auch wir Journalist*innen müssen unsere Bohnen verdienen:
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Was heute noch wichtig ist:
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Eine Kiezinitiative protestiert gegen katastrophale Wohnverhältnisse. Der Verfall hat auch mit einem undurchsichtigen Deal der SPD von 2021 zu tun.
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Lea Fauth
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Obwohl seit Ende April über 100 neue U-Bahn-Wagen für die Linie von Hönow zum Hauptbahnhof in Betrieb genommen worden sind, spüren Fahrgäste Mangel.
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Nicolas Šustr
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Das selbstverwaltete Jugendzentrum »Potse« kämpft um seine Räumlichkeiten. In mündliche Zusagen hat das Kollektiv kein Vertrauen.
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Lea Fauth
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»Es wird irgendwie.«
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Mieterin in der High-Deck-Siedlung in Neukölln
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Ilka Petermann
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Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
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Am zweiten Sonntag im September findet der jährliche Tag der Erinnerung und Mahnung statt, organisiert von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA). Einiges steht auf dem Programm: eine Podiumsdiskussion zum Thema Erinnerungskultur mit Vertreter*innen der Lagergemeinschaft Ravensbrück-Freundeskreis und des Anne-Frank-Zentrums, eine Ausstellung mit Gespräch zum chilenischen Widerstans 1982-1989, ein Podium zum Thema Wahlerfolge der AfD 2026, eine Diskussion zu Rechten in Kultur und Medien, eine Filmvorführung von und natürlich Livemusik, Infostände, Essen und Getränke. Das vollständige Programm findet ihr hier.
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Video des Tages
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»Klassentreffen« ist ein Podcast über Klasse, Krise und Kultur mit Olivier David. Jeden Monat neu auf
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