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Freitag, 18. September 2026
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Schwäche für CDU-Mann: Verwirrung nach offenem Brief von Ex-Bezirksbürgermeister Michael Grunst (SPD)
Realitätscheck für Kandidat*innen: Auf Wahlkampftour in Marzahn-Hellersdorf, Zehlendorf und Neukölln
Armutszeugnis für Schwarz-Rot: Drei Jahre Berliner Koalition von CDU und SPD in der Analyse
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nur noch zweimal schlafen, dann wird Berlins neuer Senat gewählt. Oder um es mit den Worten zu sagen, die die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Donnerstag in einer Mail wählte: »Die Hauptstadt hat gewählt und, so viel steht fest, weitere Jahre in einer schwarz-roten Koalition aus CDU und SPD wird es nicht geben.« Obwohl die Nummer also eigentlich schon durch ist, wird sich der »Muckefuck« heute mit allerlei Kuriositäten, O-Tönen und Fakten rund um den Wahlkampf in Berlin beschäftigen. Klar, irgendwie witzlos jetzt. Aber es war nunmal schon alles vorbereitet.
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Okay, okay, der Fairness halber wollen wir nicht unerwähnt lassen, dass sich Benjamin Jendro, Pressesprecher der GdP, gestern nach dem Fauxpas in seiner Pressemitteilung entschuldigte. Auch die Gewerkschaft der Polizei sei »der Zeit dann doch nicht voraus«. Doch auch in der aktualisierten Version rechnet die GdP nicht mit einer schwarz-roten Koalition und hat dafür gute Gründe. Nach wie vor machen die Linken der CDU den ersten Platz in den Umfragen streitig. Im Vergleich zu den Zahlen aus der vergangenen Abgeordnetenhauswahl vor drei Jahren verfestigt sich der Eindruck: CDU und SPD haben die Gunst der Berliner Wähler*innen verspielt.
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Mit Grunst hingegen, also Michael, sorgt derweil ein SPD-Politiker in Lichtenberg für Verwirrung. Gruns.., äh, Grund ist ein öffentlicher Brief des ehemaligen Bezirksbürgermeisters, frühen Linke-Mitglieds und langjährigen Vorsitzenden des durchaus sympathischen Fußballclubs Lichtenberg 47. In dem Schreiben, das Grunst nicht nur auf Instagram postete, sondern auch in die Briefkästen diverser Lichtenberger*innen stopfte, erklärt der 56-Jährige zunächst seinen eigenen politischen Werdegang, sein Verständnis von linker Politik – um schließlich seine Wertschätzung für den Lichtenberger Politiker Lennart Birkenthal auszudrücken. Birkenthal aber kandidiert im Bezirk nicht für die SPD, sondern für die CDU.
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»Ich kenne Lennart seit einigen Jahren als außerordentlich engagierten Menschen«, schreibt Grunst unter anderem. »Er hört zu. Er fragt nach. Ihn interessiert, was vor Ort los ist und was man konkret verändern kann.« Trotz aller politischer Differenzen: Über die Jahre der gemeinsamen Arbeit im Bezirk seien zwischen ihm, Grunst, und Birkenthal nicht nur Respekt, sondern auch persönliches Vertrauen entstanden. »Menschen wie Lennart Birkenthal tun Lichtenberg gut.« Ein gemeinsames Foto der beiden im Hans-Zoschke-Stadion, Heimat von Lichtenberg 47, befindet sich ebenfalls auf dem Ausdruck.
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Als Wahlaufruf für die CDU, so stellt Grunst jetzt in einem weiteren Instagram-Post klar, will er all das aber nicht verstanden wissen. Der Ex-Bezirksbürgermeister wirft insbesondere dem Boulevardblatt »B.Z.« vor, die von ihm geäußerte Wertschätzung für Birkenthal fälschlicherweise umgedeutet zu haben. »Ich bin Sozialdemokrat und demokratischer Sozialist. Bei der Abgeordnetenhauswahl unterstütze ich klar Steffen Krach und die SPD«, teilt Grunst mit. Und hey: Vielleicht kommt dazu ja auch noch irgendwann ein Brief. Der »Muckefuck«, der natürlich einen Korrespondenten in Lichtenberg beschäftigt, wird es euch wissen lassen.
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Bild des Tages
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Derweil im behüteten Potsdam: Auf dem Königlichen Weinberg auf dem Klausberg beginnt die Weinlese | Foto: dpa/Jens Kalaene
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Nicht nur mit Botschaften per Brief, sondern auch mit dem ein oder anderen Besuch vor Ort haben die Berliner Kandidat*innen zuletzt um die Stimmen der Bürger*innen gebuhlt. Unser rasender Reporter Andreas Fritsche war für euch live mit dabei: am Wahlstand in Marzahn-Hellersdorf, im Kindergarten in Zehlendorf und an den Haustüren Neuköllner Mieter*innen. Vor allem für Die Linke und deren Spitzenkandidatin Elif Eralp nimmt Andreas bei seiner Wahlkampf-Begleitung einiges an Zuspruch wahr.
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Gleichzeitig wird deutlich, wie groß die Probleme sind, die der kommende Senat wird zu lösen haben. »Das ist kein Leben mehr«, sagt eine Frau im Neuköllner Rollbergkiez. »Ich bin am Ende.« Sie lebt mit ihrer Familie in einer heruntergekommenen Wohnung. Wasser dringt ein und Schimmel zwingt ihre Kinder, die Matratzen zum Schlafen in andere Zimmer zu ziehen. Eine neue Wohnung zu suchen, ist für die Schichtarbeiterin bei den aktuellen Mietpreisen keine Option. Was der Abgeordnete Niklas Schenker (Linke) dazu zu sagen hat und wie sich SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach in der Kita schlägt, erfahrt ihr hier.
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In den Deep-Dive geht derweil unser Polit-Analyst Marten Brehmer. Drei lange Jahre schwarz-roter Regentschaft liegen hinter Berlin – eine Zeit, die mit großen Versprechungen begann und auch der ein oder anderen Hoffnung. Die CDU war mit der großen Mission angetreten, Berlin zu reparieren, aufzuräumen und zu zähmen. Diese Mission scheint heute, zahlreiche Personalrochaden und Affären später, aus Sicht vieler Berliner*innen gescheitert zu sein. Marten, daraus wollen er und auch der »Muckefuck« keinen Hehl machen, ist einer von ihnen.
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»Außergewöhnlich viele Seiteneinsteiger und Politikneulinge erhielten Posten. Mit begrenztem Erfolg«, resümiert Marten. Von den Debütant*innen habe sich letztlich nur Felor Badeberg (CDU), ihres Zeichens Justizsenatorin, bis zum Ende des Legislatur im Amt halten können. Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU), Kultursenator Joe Chialo (CDU), seine Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson (CDU): Sie alle sollten letztlich nicht durchhalten. Martens ganzen Rückblick, samt Haushaltschaos, BVG-Krise, Lehrkräftemangel und so weiter, lest ihr hier.
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Wünscht ein spannendes Wahlwochenende mit sich erfüllenden Hoffnungen:
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Auch wir Journalist*innen müssen unsere Bohnen verdienen:
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Was heute noch wichtig ist:
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Andreas Fritsche
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Gleich mehrere Baustellen sorgen bis 2032 für schmerzhafte Unterbrechungen auf allen Linienteilen. Darunter der Neubau der Schönhauser-Allee-Brücke.
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Erst eine Wohnung, dann alles andere. Housing First feiert den 350. Mietvertrag. Die Träger sagen: Der Bedarf ist viel größer, als sie leisten können.
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»Sie sind der Friedrich Merz des Berliner Wahlkampfs. Sie versprechen allen alles.«
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SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach zu Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp in der RBB-Wahlarena
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Stadtteilladen Café Wostok Weitlingstraße 97, 10317 Berlin Eintritt frei
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