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Mittwoch, 7. Oktober 2026
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Der absolute Notnagel: Kältehilfe rechnet diesen Winter mit mehr Einsätzen
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Hängepartie: Linke, SPD und Grüne suche noch immer nach gemeinsamen Nennern
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Patriarchale Gewalt: Gericht verhandelt weiter über mutmaßlichen Mehrfachvergewaltiger
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noch wärmt die Sonne die ersten Herbsttage. Doch die kalte Jahreszeit kommt Tag für Tag näher und damit auch eine weitere Herausforderung für all jene, die keine eigene Wohnung. Dabei war der vergangene Winter für Obdachlose besonders hart. Angesichts weiterhin hoher Zahlen an Obdachlosen in der Stadt steht die Berliner Kältehilfe, deren Saisonbeginn die Liga, ein Zusammenschluss von Wohlfahrtsverbänden, zum 1. Oktober ausrief, vor schwierigen Aufgaben.
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Mehr als 90 Prozent der angebotenen Plätze waren laut der Senatsverwaltung für Soziales im vergangenen Jahr ausgelastet, in der Spitze sogar 96 Prozent. So viel wie noch nie zuvor. Besonders herausfordernd seien die Monate Januar und Februar gewesen, in denen das Thermometer tagelang unterhalb der Null verharrte. Allein beim Wärmebus des Berliner Roten Kreuzes seien im vergangenen Winter 1900 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, »nahezu doppelt so viele wie in der Saison zuvor«, schreibt das Rote Kreuz.
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In 151 Nächten fuhren Ehrenamtliche und sozialpädagogische Fachkräfte mit dem Wärmebus zu bekannten Aufenthaltsorten von Obdachlosen. Gleichzeitig nahmen die Helfer*innen Hinweise aus der Bevölkerung entgegen. So hatte der Wärmebus 2000 Kontakten zu Hilfsbedürftigen. 600 Personen seien in Notunterkünfte begleitet worden. Insgesamt touren fünf Busse jeden Winter durch Berlin, zwei vom Roten Kreuz und drei der Berliner Stadtmission.
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Bereits jetzt stellt die Kältehilfe 670 Notübernachtungsplätze, von November bis März sollen daraus 1000 werden. In der vergangenen Saison wurde zeitweise auf mehr als 1200 Plätze aufgestockt. Der Wärmebus des Berliner Roten Kreuzes rechnet für den kommenden Winter mit nochmal mehr Einsätzen. Grund sei, dass die Zahl der Wohnungslosen in Berlin weiter wachse.
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Anfang des Jahres sind laut offiziellen Angaben des Senats 57.600 Menschen in Berlin in Wohnheimen, Notunterkünften, Trägerwohnungen und weiteren Angeboten untergebracht gewesen. Laut der Liga sind zudem 2400 Menschen »verdeckt« wohnungslos. Sie leben vorübergehend bei Angehörigen oder Freund*innen. 6000 Menschen leben gänzlich ohne Unterkunft oder in Behelfsunterkünften und gelten so als obdachlos. Diese Angaben sind Schätzungen aus dem Jahr 2024. Aktuellere Zahlen werden Ende des Jahres erwartet.
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Bild des Tages
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CommerzReal, Eigentümer des Galeria-Gebäudes, wirbt mit neuplakatierter Fassade für eine Unterbringung der Zentralen Landesbibliothek im Haus am Alexanderplatz. | Foto: IMAGO/PEMAX
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»Die Berliner Kältehilfe ist unverzichtbar, sie schützt Menschen vor Kälte und rettet im Zweifel Leben, aber sie löst Wohnungslosigkeit nicht«, erklärte Oliver Bürgel Federführer der Liga und Geschäftsführer der Awo Berlin in der vergangenen Woche. Nach der Wahl müsse Berlin deshalb den nächsten Schritt gehen: weg von der Verwaltung von Wohnungslosigkeit, hin zu ihrer konsequenten Verhinderung. »Dazu gehören starke Prävention, verlässliche Übergänge in eigenen Wohnraum und eine ressortübergreifende Gesamtstrategie«, sagte Bügel.
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Auch der Grüne-Sozialpolitiker Taylan Kurt ist angesichts der Rekordmeldungen alarmiert. »Ich feiere nicht, dass es 1000 Kältehilfeplätze in Berlin geben wird wie der aktuelle Senat – es ist eher eine dramatische Warnung an alle Verantwortungsträger wo wir in Berlin angekommen sind«, schrieb Kurt auf Instagram. Die Kältehilfe sei nur der absolute Notnagel, die Versorgung notdürftig »und man muss morgens wieder raus auf die Straße«.
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Für Kurt, der in seinem Wahlkreis in Moabit das Direktmandat zum Berliner Abgeordnetenhaus gewann, sind andere Instrumente die Lösung der Obdachlosigkeit: mehr 24/7-Unterkünfte mit einer Betreuung, um aus der Wohnungs- und Obdachlosigkeit herauszukommen, mehr Wohnungen speziell für Wohnungslose, Angebote für suchtkranke Obdachlose und eine Unterbringung durch das Sozialamt.
Ob Kurt und seine Partei künftig mit SPD und Linken die neue Landesregierung stellen, ist weiter offen. Die Vorsondierungen zwischen den Fraktionsspitzen ziehen sich hin. Unklar ist weiterhin, ob eine gemeinsame Position zum Umgang mit vermeintlichem und tatsächlichem Antisemitismus gefunden werden kann.
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Wünscht sich und allen einen langen Spätsommer,
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