nd.DieWoche

35 Jahre vereinigtes Deutschland: Wer hat dabei gewonnen, wer verloren?

2. Oktober 2025 | Nr. 40

Wolfgang Hübner
Redaktion nd.DieWoche

Liebe Leserinnen und Leser,

es werde „niemandem schlechter gehen als zuvor - dafür vielen besser“ – das versprach 1990 Bundeskanzler Helmut Kohl den Ostdeutschen. Und blühende Landschaften noch dazu. Das konnte man damals schon für übertriebene Wahlkampfparolen halten. Was dann kam, ist längst bekannt: Deindustrialisierung im Osten, weiterhin gravierende Unterschiede zwischen der Lebenssituation in West und Ost trotz mancher Leuchttürme dort, anhaltende Benachteiligung vieler Ostdeutscher.

„nd“ hat nach 35 Jahren deutscher Einheit hinter die Fassade der wohltönenden Begriffen Einigkeit, Recht und Freiheit aus der Nationalhymne geschaut. Wir haben mit der Künstlerin Gabriele Stötzer und dem Poeten Hans-Eckardt Wenzel über Defizite der DDR- und der gesamtdeutschen Gesellschaft gesprochen. Der Friedensaktivist Tobias Pflüger zeichnet die Militarisierung der deutschen Politik in den letzten 35 Jahren bis zur heute propagierten Kriegstüchtigkeit nach. Und wir schlagen vor, gerade angesichts dessen noch einmal darüber nachzudenken, ob Bertolt Brechts „Kinderhymne“ nicht die bessere sinn- und friedensstiftende Nationalhymne wäre. Eine Idee aus der Zeit vor 35 Jahren, die kürzlich der Linke-Politiker Bodo Ramelow in Erinnerung gerufen hatte.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht Ihnen
Wolfgang Hübner

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