nd.DieWoche

1. Mai: Heraus zum Tag der (Mehr)Arbeit!

Die Menschen sollen mehr und härter arbeiten, fordern Politik und Unternehmen.
Fragt sich nur: wozu?

30. April 2026 | Nr. 18

Stephan Kaufmann

Stephan Kaufmann
Redaktion nd.DieWoche

Liebe Leserinnen und Leser,

per Rentenreform soll die Lebensarbeitszeit verlängert werden. Eine Krankenkassenreform soll die „Restarbeitskraft“ kranker Menschen mobilisieren. Niedrige Sozialleistungen sollen „Arbeitsanreize“ setzen. Es ist klar: Die Bundesregierung fordert von den Menschen in Deutschland mehr Einsatz. Es „muss wieder mehr und vor allem effizienter gearbeitet“ werden, sagt Bundeskanzler Friedrich Merz.

Länger arbeiten – damit können sich die wenigsten Menschen hierzulande anfreunden. „Effizienter arbeiten“ hingegen klingt besser – nach weniger Aufwand und mehr Ertrag, nach einem leichteren Leben. Doch in der kapitalistischen Realität bedeutet wachsende Produktivität nicht mehr Freiheit, sondern schlicht mehr Umsatz pro Stunde, mehr Wirtschaftsleistung pro Person. Genau das, was die Bundesregierung will. Denn Länder, die sich langsamer weiterentwickeln, „werden zu zweit- oder drittklassigen Wirtschaftsmächten – und damit zu zweit oder drittklassigen Militärmächten“, schreibt der Ungleichheitsforscher Banko Milanovic in unserer neuen Ausgabe.


Eine gute Lektüre wünscht
Stephan Kaufmann

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