nd.DieWoche

Ein Land wie ein Käfig

Fünf Jahre nach der Rückkehr der Taliban sind Frauen in Afghanistan entrechtet und verlassen kaum mehr ihre Häuser. Dennoch machen Länder wie Deutschland die Islamisten wieder salonfähig.

13.08.2026 | Nr. 33

Regina Stötzel

Regina Stötzel
Redaktion nd.DieWoche

Liebe Leserinnen und Leser,

die Besatzungstruppen der Nato-Mächte haben vor fünf Jahren Afghanistan überstürzt verlassen. Die Taliban kehrten zurück an die Macht. Das war vorhersehbar, doch Geheimdienste und Regierungskanzleien nahmen die Informationen nicht ernst genug.

Heute ist die Lage in dem Land desolat. Amnesty International spricht von einer »menschenrechtlichen Abwärtsspirale«. Frauen und Mädchen würden systematisch entrechtet, ethnische und religiöse Minderheiten diskriminiert und auch Männer seien Verfolgung ausgesetzt. Hinzu kommt eine katastrophale humanitäre Lage: Über 17 Millionen Menschen hungern.

Aber auch Menschen im Exil fühlen sich nicht sicher vor den Islamisten. Nicht zuletzt, weil von einer diplomatischen Isolation Afghanistans nicht mehr die Rede sein kann. Regierungen in Asien und Europa normalisieren allmählich ihre Beziehungen zu den Taliban. Sie verfolgen dabei unterschiedliche Interessen.

Menschenrechte spielen dabei jedenfalls keine Rolle. Was insbesondere Frauen und Mädchen zu erleiden haben, wird in Ansätzen von Hilfsorganisationen dokumentiert. Wir stellen vier Schicksale vor, stellvertretend für unzählige andere. 

Mit herzlichen Grüßen aus der Redaktion
Regina Stötzel
Ressort nd.DieWoche

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