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Ihre Tagesvorschau für den 21. Januar 2026

Matthias Monroy
Ressort Politik

Liebe Leser*innen,

seit einem Jahrzehnt wird in Großbritannien systematisch aufgedeckt, was der Staat jahrzehntelang im Verborgenen trieb: Mindestens 139 verdeckte Ermittler*innen infiltrierten linke, antirassistische und gewerkschaftliche Gruppen. Wie eine unabhängige und von einem Richter geleitete Untersuchungskommission enthüllt, gingen die Einsätze weit über das Sammeln von Informationen hinaus: Die »Spycops« führten intime Beziehungen mit unwissenden Aktivistinnen, nutzten die Namen verstorbener Kinder für ihre falschen Identitäten und manipulierten sogar Ermittlungsverfahren. Ich habe das für eine Schwerpunktseite aufgeschrieben. Die dort verdichteten Erkenntnisse zeichnen das Bild eines Staates, der seine eigenen Bürger*innen nicht nur bespitzelt, sondern systematisch emotional ausbeutet.

Währenddessen haben in Deutschland zwei Aktivisten einen aktualisierten »Werkzeugkasten« zu derartigen Machenschaften vorgelegt: Das »Spitzelbuch« von Klaus Viehmann und Markus Mohr dokumentiert zahlreiche weitere Fälle verdeckter Ermittler*innen und V-Personen vorwiegend in Deutschland. Unser freier Autor John Malamatinas hat es gelesen. Besonders eindrücklich ist das Beispiel Hamburg, wo in den 2010er Jahren gleich drei verdeckte Ermittlerinnen der Polizei in der linken Szene enttarnt wurden – unter anderem mithilfe einer Polizeizeitschrift, auf deren Titel eine der Beamtinnen abgebildet war.

Das Buch von Viehmann und Mohr will jedoch nicht nur aufklären, sondern auch ermutigen: Es gibt praktische Hinweise, wie man verdächtige Verhaltensmuster erkennt, ohne in Paranoia zu verfallen. Ebenfalls empowernd ist das Beispiel Großbritannien, wo sich Betroffene und Unterstützer*innen in einer »Forschungsgruppe« organisieren und nicht nur Hunderttausende Seiten füllende Dokumente zur staatlichen Spitzelei durchforsten, sondern diese auf ihrer Webseite aufbereiten und kommentieren. Dieses Archiv ist im Artikel verlinkt, durchstöbern Sie es doch!



Eine ermutigende Lektüre wünscht
Matthias Monroy

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