nd.Kompakt

Ihre Tagesvorschau für den 17. März 2026

Sarah Yolanda Koss
Ressort Wirtschaft

Liebe Leser*innnen,

Menschen mit einem geringen Einkommen sterben früher, arme Männer in Deutschland haben beispielsweise eine um elf Jahre verkürzte Lebenserwartung. Mit derlei erschreckenden Zahlen macht der Kongress Armut und Gesundheit seit 1995 jährlich darauf aufmerksam, wie eng soziale Ungleichheit und gesundheitliche Probleme miteinander verzahnt sind – und wie diese verringert werden können. Auch diesen Montag trafen sich etwa 1400 Menschen in den Räumen der Freien Universität Berlin, um sich darüber auszutauschen.

Neue bundesweite Zahlen des Robert-Koch-Instituts untermauern die Ziele des Kongresses nun damit, dass auch Diskriminierung häufig gesundheitliche Folgen hat. Personen, die angeben, aus mehreren Gründen Diskriminierung erfahren zu haben – etwa weil sie trans sind, sich in einer schlechten sozioökonomischen Lage befinden und Migrationsgeschichte haben – haben doppelt so häufig gesundheitliche Probleme.

Jedes Jahr neue, sich ähnelnde Daten - und dennoch steigt die Ungleichheit, wie die Teilnehmenden des Kongresses bemängeln. »Uns alle treibt um, warum so wenig getan wird, obwohl wir doch so viel wissen«, sagt etwa Gesundheitsexpertin Ilona Kickbusch bei der Eröffnung. Eine dort mehrfach wiederholte Analyse: Ungleichheit ist dem Kapitalismus immanent. Dennoch: Hätte sich die Zivilgesellschaft nicht in den letzten Jahren mit Nachdruck für Veränderung eingesetzt, sehe die Situation ganz anders aus.

Nun müsste auf die vorliegenden Informationen nachhaltiger reagiert werden, durch ganzheitliche politische Ansätze. Ein Beispiel: Mehr Fahrradwege verbessern nicht nur die Gesundheit von Menschen, die dadurch mehr Räder nutzen, sondern steigern auch die allgemeine Mobilität und soziale Kompatibilität. Aber gerade in Deutschland scheinen sich Lobbyverbände erfolgreich gegen sinnvolle Präventivmaßnahmen durchzusetzen.

Um dem entgegen zu halten, sammeln wir beim »nd« weiter fleißig Informationen.



Eine interessante Lektüre
wünscht Sarah Yolanda Koss

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