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Ihre Tagesvorschau für den 18. April 2026

Jana Frielinghaus
Ressort Politik

Liebe Leser*innen,

auf Biegen und Brechen will die Bundesregierung durchsetzen, dass von den 2300 Menschen aus Afghanistan, die eine Aufnahmezusage von Deutschland bekommen haben, so viele wie möglich doch nicht kommen dürfen. Mehr als 700 von ihnen bekamen kurz vor Weihnachten 2025 eine Mail, in der ihnen mitgeteilt wurde, die Einreisegenehmigung sei widerrufen. Unter den Empfängerinnen dieses niederschmetternden Bescheides war Samana Mohammadi.

Dafür, dass die Sozialarbeiterin, deren Leben in Afghanistan in höchster Gefahr wäre, doch noch einreisen kann, engagiert sich die Leitung der Berliner Alice-Salomon-Hochschule seit Monaten auf verschiedenen Ebenen, zusammen mit einem Netzwerk von Unterstützer*innen. Mohammadi hat schließlich seit mittlerweile bald drei Jahren eine Zusage für einen Studienplatz an der ASH. Nun versuchen Unterstützer*innen der 32-Jährigen, für sie ein Studienvisum zu erkämpfen. Die hohen Hürden dafür sind eigentlich genommen, und doch gibt es nach wie vor keine positive Entscheidung der zuständigen Stelle.Dass Menschen wie Samana Mohammadi überhaupt auf die Zivilgesellschaft angewiesen sind und ihr Recht nicht vor deutschen Gerichten durchsetzen können, liegt daran, dass Juristen für die Bundesregierung herausgefunden haben, dass nur an den Zusagen aus einem von vier Aufnahmeprogrammen wirklich nicht zu rütteln ist. Bei den anderen kann sie sich auf nicht mehr vorhandenes „politisches Interesse“ an der Einreise der seit Jahren in Pakistan festsitzenden Menschen berufen. Dass sie das tut, ist eine Schande für Deutschland, das sich gegenüber anderen Staaten als Vorbild in Sachen Werte und Menschenrechte aufspielt, finde ich.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen
Jana Frielinghaus

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In diesem Jahr steht ein ganz besonderes Jubiläum an. Der traurigste Spielplatz der Welt wird im Mai zehn Jahre alt. Was macht den Spielplatz so traurig? Nun, es spielen niemals Kinder dort. Obwohl jeden Tag viele von ihnen daran vorbeilaufen, denn der Spielplatz steht direkt im Wohngebiet vor einem großen Supermarkt. Die einzigen Spielgeräte sind eine Wippente (diese Dinger, auf denen nur ein Kind sitzen kann, die mittels einer Feder sehr rückenfeindlich hin und her schwingen und mit denen man äußerst unwürdig langsam auf den Boden kracht, wenn man sich als Erwachsener draufsetzt) und ein winziger Buddelkasten, aus dem Unkraut wächst. Beides ist eingezwängt in einen schlauchartigen Käfig aus Metall, der immer abgeschlossen ist. Wenn Kinderfeinde einen Spielplatz entwerfen würden, bauten sie genau diesen. Ein Schild sagt: »Privatgrundstück. Unbefugten ist das Betreten verboten. Spielplatz ist nur für die Kinder der Rheinsteinstraße 10.« Die Kinder der Rheinsteinstraße 10 sind sehr schlaue Kinder, denn, obwohl man ihnen durch Privatbesitz vorgaukeln will, es handele sich hier um etwas Exklusives (eine Art frühe Machtdemonstration der Eigentümer an Produktionsmitteln gegenüber den besitzlosen Klassen) ist diesen Kindern bewusst: »Man besitzt nur, was man braucht.«

Christin Odoj

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