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Das war der Tag 06. Mai 2026

Matthias Monroy
Ressort Politik

Liebe Leser*innen,

Am Donnerstag tritt die Allianz SE in München erstmals nach der Corona-Pandemie zur Hauptversammlung zusammen. Auch Line Niedeggen, Klimagerechtigkeitsaktivistin und Mitglied der Kampagne »Keine Allianz mit Völkermord«, wird dabei sein. Im Interview hat sie mir erklärt, warum es gegen das Aktionärstreffen auch Proteste gibt. Denn hinter dem Image des freundlichen Versicherers steckt auch ein Finanzdienstleister: Rund 426 Millionen Euro investiert die Allianz in Rüstungskonzerne – sie ist auch die einzige Versicherung, die in alle 15 Waffenproduzenten investiert, die an Israel liefern. Unter ihnen sind alte Bekannte wie Elbit Systems, Lockheed Martin oder Rheinmetall. 2025 erzielte die Allianz mit 17,4 Milliarden Euro den höchsten Betriebsgewinn ihrer Geschichte. Auf der Hauptversammlung werden Aktivist*innen über den Dachverband Kritischer Aktionäre das Rederecht nutzen und einen Gegenantrag zur Entlastung des Vorstands stellen – angesichts dieser Zahlen, sagt Niedeggen, könne das nur ein Nein sein.

Meine Kollegin Jana Frielinghaus hat die Allianz von einer anderen Seite beleuchtet: dem selbst verordneten grünen Anspruch. Seit Oliver Bäte den Konzern führt, inszeniert er ihn als Klimavorreiter. Doch die Allianz investiert gleichzeitig über 8,5 Milliarden Euro in fossile Brennstoffe und versichert über eine Tochterfirma Arbeiten an einem LNG-Terminal in Louisiana, das lokale Fischer, Gewässer und Gemeinden belastet. Urgewald, das Rainforest Action Network und lokale Organisationen haben deshalb am Dienstag eine menschenrechtliche Beschwerde bei der Allianz eingereicht. Bätes Versprechen von 2015, Klimaschutz im Konzern »flächendeckend« zu verankern, erweist sich angesichts solcher Aktivitäten als Greenwashing.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen
Matthias Monroy

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UNTEN LINKS
In der EU wird es immer ernster mit den Altersbeschränkungen für Social Media. Zu diskutieren ist noch, ob diese bereits ab 80 oder erst ab 90 Jahren gelten sollten. Denn gerade nicht geschulte Erstnutzer*innen von Instagram, Tiktok und Co. können die Folgen eines unschuldigen Videos in der Regel nicht absehen. Als sich die 92-jährige Ordensschwester Irmingard beim Verspeisen ihres ersten Döners filmen ließ, konnte sie daher kaum ahnen, dass dies mit acht Millionen Klicks viral gehen würde. Aus Dankbarkeit für so viel Aufmerksamkeit möchte sie nun für all diese Zuschauer*innen beten. Womit die alte Dame wohl die nächsten Jahre beschäftigt sein dürfte, wenn sie ernsthaft auf den Kummer so vieler Menschen eingehen möchte. Derartigen Folgen unbedachter Filmchen könnte man auch auf andere Weise vorbeugen: Einer Social-Media-Sperre für verderbliche Lebensmittel. Meta und Co. müssten künftig prüfen, ob die Menschen auf ihren Passfotos keine Reste von Fleischfasern zwischen den Zähnen haben, um Missbrauch auszuschließen. Und auf keinen Fall den Versprechungen eines Markus S. vertrauen, in Zukunft weniger Essensfotos zu posten.

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