nd.Kompakt

Das war Samstag, der 13. Juni 2026

Kurt Stenger
Ressort Wirtschaft und Soziales

Liebe Lesende,

der Klimawandel beschleunigt sich weiter. Das Kohlenstoffbudget für das 1,5-Grad-Limit des Pariser Abkommens wird mit dem derzeitigen CO2-Emissionsniveau bereits in drei Jahren aufgebraucht sein, wie aus einem gerade veröffentlichten Indikatorenbericht zum aktuellen Stand der Erderwärmung von 70 Forschern aus aller Welt hervorgeht. Demnach gibt es in allen untersuchten Indikatoren eine Verschlechterung zu konstatieren und das mit zunehmendem Tempo, schreibt unsere Autorin Verena Kern. »Die Kluft zwischen Zielen und Politik ist riesengroß«, klagt Sonia Seneviratne, Professorin für Land-Klima-Dynamik an der ETH Zürich und Mitautorin der Studie. Besonders stark ist übrigens die Zunahme bei den marinen Hitzewellen. Seit 1991 hat sich deren Dauer verdreifacht, auf im Schnitt 58 Tage im Jahr.

Auch bei derzeit laufenden Fußball-Weltmeisterschaft ist der Klimawandel unmittelbar zu spüren. In allen Stadien gibt es verbindliche Trinkpausen während des Spiels. Für die Fifa war dies eine gute Gelegenheit, weitere lukrative Werbedeals abzuschließen. Was in manchen Stadien womöglich überflüssig, kann sich in anderen Stadien gerade im Südwesten der USA als zu wenig entpuppen. Hier kann die Hitze gefährlich für den Leistungssport, aber auch für Besucher auf den Tribünen sein. Eine britische Wissenschaftlergruppe wirft dem Weltfußballverband »eine fatale Klimablindheit bei ihrer Sorgfaltspflicht gegenüber Fans, Spielern und der Zukunft des Sports« vor. In dem Bericht der Scientists for Global Responsibility wird ferner vorgerechnet, wie hoch die vor allem mit den Flugreisen verbunden Treibhausgasemissionen der WM ausfallen werden. Hier ist aufgrund der größeren Anzahl an Teams und der weit auseinanderliegenden Stadien ein neuer, trauriger Rekord zu erwarten.



Eine ebenso spannende wie informative Lektüre verspricht,
Kurt Stenger

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