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Das war Montag, der 20. Juli 2026

Matthias Monroy

Matthias Monroy
Ressort Politik

Liebe Leser*innen,

»Hilfe, genug, genug!« waren die letzten Worte, die Abderrahim Fakir am Sonntag in Bologna rief, bevor er unter zwei auf ihm sitzenden Polizisten starb. Italiens Vizeminister für Infrastruktur, Galeazzo Bignami (Fratelli d'Italia), lobte den Einsatz als »professionell und angemessen«. Fakirs Schwester zweifelt daran: »Sie haben ihn angegriffen, sie haben ihn geschlagen und getötet. Dafür gibt es Zeugen!« Ein von der Zeitung »La Repubblica« veröffentlichtes Video eines Nachbarn stützt diese Darstellung. Über den Fall berichtet unsere Italien-Korrespondentin Anna Maldini.

»Hilfe! Hilfe! Gewalt!« rief auch der Kölner Erzieher Pedro Corona am 8. April, kurz bevor ihn Polizist*innen brutal überwältigten und er schließlich ins Koma versetzt werden musste. Freund*innen hatten die Polizei wegen einer psychischen Ausnahmesituation gerufen. Der 30-Jährige wurde mit Spuckhauben über dem Kopf in Bauchlage gefesselt, auf seinem Rücken knieten gleich zwei Beamt*innen. Noch auf der Straße vor seiner Wohnung erlitt Corona einen Herzinfarkt. Ein von seinem Anwalt Simón Barrera Gonzàles freigekämpftes Handyvideo sowie Bodycam-Aufnahmen widersprechen nun der einseitigen Polizeidarstellung, wonach Corona von Beginn an Widerstand geleistet habe und deshalb fixiert werden musste. Das Material beweist, dass Beamt*innen den homosexuellen Erzieher als »Spacko« verhöhnt und Witze über seine HIV-Erkrankung gemacht haben.

Beide Fälle zeigen, wie aktuell das Thema Polizeigewalt jeden Tag aufs Neue ist. In meinem Kommentar ärgere ich mich aber vor allem über Medien, die häufig Polizeimeldungen ungeprüft übernehmen. »30-jähriger Kölner beißt Polizistin und kollabiert«, lautete die offizielle Pressemitteilung aus Köln – ein Boulevardmagazin machte daraus sogar einen »Kölner Vampir-Mann«. Erst spätere Recherchen – etwa des WDR – entlarvten diese Darstellung als einseitig. Sorgfältigere Berichterstattung, wie sie auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und das Fachmagazin »journalist« fordern, rettet keine Leben – jedenfalls nicht direkt. Sie kann aber dafür sorgen, dass sich die Beamt*innen beobachtet fühlen. Denn der Verdacht auf übermäßige und diskriminierende Polizeigewalt bestätigt sich beinahe täglich.

Eine wichtige Lektüre,
findet Matthias Monroy aus dem Ressort Politik

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War was? Von den letzten Wochen habe ich nicht so viel mitbekommen, da habe ich mich lieber mit einer tüdelig werdenden alten Dame meiner näheren Bekanntschaft unterhalten. Semi-demente Gespräche sind gar nicht so verkehrte Gespräche, man spart in der Konversation viel Energie, da dieselben Argumentationen immer und immer wieder vorgetragen werden können, ohne jemals abzunutzen. Das Gehirn kann in einen angenehm sparsamen Standbymodus gehen – genau das Richtige für den Sommer. Denn Sommer, das heißt ja immer auch: Kräfte gut einteilen, bald geht Fußball wieder los! Von Fußball war wenig zu sehen in letzter Zeit, allenfalls das Millionärsturnier in Amerika konnte man hin und wieder anschauen, aber mit dem Fußball, den man so liebt, hat das ja wenig zu tun. Fußball, das heißt: Da, wo man bei Geburt – Danke, Mami! – hingeplumpst ist, liebt man den Verein. Ganz egal, ob die spielen können. Ganz egal, ob sie in Grün und Weiß in der Regionalliga Nord rumkrauchen. Wer Fußball nur aus dem Fernseher bezieht, weiß gar nix. Fußball, das ist, wenn du die Kicker beim Einwurf doof anquatschen und das Gras riechen kannst. Wenn du die Luft schnupperst, die den ganzen Tag Richtung Travemünde durchs Stadion düst, und wenn du von der Tribüne aus die Türme der Altstadt sehen kannst. Ist irgendwer wieder Weltmeister geworden? Völlig egal. Weltmeister kommen und gehen, Fußball aber spielt um die Ecke, auf der Mühle (oder wie dein Stadion halt heißt), und er ist ewig. Du musst gar nicht wissen, in welcher Liga deine Grünweißen momentan spielen oder wie der Gegner gerade heißt: Du bist, wo du hingehörst, und da bist du glücklich. Es ist ein bisschen, wie wenn man schon ziemlich tüdelig geworden ist, aber doch noch gut weiß, wo man zu Hause ist.

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