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Das war Samstag, der 1. August 2026

Jana Frielinghaus

Jana Frielinghaus
Ressort Politik

Liebe Leser*innen,

Liebe Leser*innen,

über die Ursachen der Ereignisse in Ceuta gibt es viele wilde Spekulationen. Über soziale Netzwerke dürften viele der rund 50.000 Menschen, die in den letzten Tagen vom Strand des marokkanischen Urlaubsortes Fnideq losschwammen, um Stunden später in der spanischen Exklave an Land zu gehen, gehört haben, dass sie jetzt auf diesem Weg nach Europa gelangen könnten. Nach wie vor ist auch nicht ganz klar, in welchem Umfang die marokkanischen Behörden die Tausenden gewähren ließen. Obwohl inzwischen fast alle, die in kürzester Frist in Ceuta an Land gingen, wieder zurück in Marokko sind, geht die neue erhitzte Debatte über Migration und darüber, wie man „Durchbrüche“ wie den aktuellen künftig verhindern könne, weiter.

Ministerpräsidentinnen wie Mette Frederiksen und Giorgia Meloni fordern Maßnahmen gegen Spanien, wollen das Land gleich mal aus dem Schengen-Raum ausschließen, der freies Reisen zwischen den EU-Staaten gewährleistet. Nicht jedoch freies Reisen von und nach Ceuta übrigens. Und so kam „kein einziger“ der überwiegend jungen Männer auf der Suche nach einer Perspektive auf das spanische Festland, wie EU-Migrationskommissar Magnus Brunner zufrieden verkündete.

Mindestens 67 Menschen haben aber gerade beim Versuch, nach Europa zu kommen, ihr Leben verloren. Junge Leute aus den Maghreb-Staaten nehmen gefährliche Wege auf sich, weil es kaum legale Einwanderungsmöglichkeiten für sie gibt. Über sie spricht kaum jemand, sie werden nicht betrauert – im Gegenteil. Wir erinnern uns noch an die „Absaufen“-Sprechchöre vor gut zehn Jahren in Dresden, und seither hat sich in der deutschen Debatte über Flucht und Migration nichts zum Besseren gewendet: „Mittlerweile wird jeder Araber oder Afrikaner in Trump’scher Manier von der Öffentlichkeit entweder zu einem Sozialschmarotzer gemacht oder zu einem Wiedergänger von Osama bin Laden“, kommentiert Christian Klemm. Er weist jedoch auch darauf hin, dass der marokkanische Staat die Hoffnungen seiner Bürger wiederholt missbraucht hat: Man lässt sie ziehen und macht damit Druck auf Europa, zum Beispiel das Selbstbestimmungsrecht der rohstoffreichen Westsahara ja nicht anzuerkennen.



Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht
Jana Frielinghaus aus dem Politikressort

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