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Das war Montag, der 17. August 2026

Jana Frielinghaus
Ressort Politik

Liebe Leser*innen,

Katja Wolf war am Montag schon ein bisschen gehässig: Die Menschen bräuchten „keine ferngesteuerten politischen Kampagnen, die auf dem Rücken von Thüringen ausgetragen werden“, erklärte die Thüringer Finanzministerin. Und fügte noch an: „Sie brauchen keine selbstgerechten Eigendebatten der Parteien – das geht den Menschen auf die Nerven und uns auch.“ Damit spielte die BSW-Landeschefin auf einen berüchtigten Buchtitel von Sahra Wagenknecht aus dem Jahr 2021 an: „Die Selbstgerechten“. In dem Werk hatte die BSW-Gründerin schon mit ihrer damaligen Partei Die Linke abgerechnet – und das wenige Monate vor der Bundestagswahl.

Worum es am Montag ging? Das Thüringer BSW war vom Bundesvorstand aufgefordert worden, die Brombeer-Koalition mit CDU und SPD wegen der mutmaßlichen Plagiate in der Doktorarbeit von CDU-Ministerpräsident Mario Voigt aufzukündigen. Dem hat die Thüringer Landtagsfraktion nun eine klare Absage erteilt. Man habe trotz unterschiedlicher Positionen in dem Dreierbündnis etliche Erfolge erzielt, betonte Fraktionschefin Hupach am Montag nach einer Fraktionssitzung.

Und Sahra Wagenknecht? Machte am Sonntag mal wieder der AfD Avancen. Beziehungsweise: Sie ging in einem Video nochmal auf das Angebot von Björn Höcke ein, doch Ministerpräsidentin im Freistaat zu werden. Ihre Ablehnung begründete sie aber nicht etwa mit unüberbrückbaren inhaltlichen Gegensätzen zwischen ihrer Partei und der AfD. Vielmehr nutzte sie auch ihre Positionierung dazu, um erneut einen Seitenhieb gegen die „spezielle“ Thüringer BSW-Fraktion loszuwerden, deretwegen sie eh nicht genug Stimmen erhalten würde. Solche Volten wie auch das neuerliche Angebot, sich mit Höcke in einer TV- oder Podcast-Debatte über „Gemeinsamkeiten und Unterschiede“ zwischen beiden Parteien auszutauschen, sorgen auch innerhalb des mit miesen Umfragewertenden kämpfenden BSW für wachsendes Unverständnis. Ich habe für dieses Verhalten von Wagenknecht keine Erklärung mehr außer einer: Die Hauptbegabung der BSW-Gründerin scheint tatsächlich darin zu liegen, Parteien zu spalten. Sogar die eigene.


Eine unterhaltsame Lektüre mit viel Popcorn wünscht
Jana Frielinghaus

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