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Das war Dienstag, der 8. September 2026

Hendrik Lasch
Ressort Politik

Liebe Leserinnen und Leser,

auch zwei Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steckt uns deren Ergebnis in den Knochen. Mehr als 44 Prozent für die rechtsextreme AfD, deren Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auf dem Weg zum Amt des Ministerpräsidenten kaum noch aufzuhalten ist – das ist bedrückend und bedrohlich. Letzteres gilt um so mehr für Menschen, die sich in dem Land seit Jahren öffentlich gegen Rechtsextremismus engagieren. Einer davon ist Robert Fietzke, der Geschäftsführer des soziokulturellen Zentrums Zora in Halberstadt. Meine Kollegin Henrike Stier sprach mit ihm.

Halberstadt ist eine Kleinstadt mit einer zuletzt wieder erstarkten rechtsextremen Szene. Die beiden großen Städte Magdeburg und Halle sind auf den ersten Blick toleranter und offener; Linke und Grüne erhielten hier bei der Wahl stärkeren Zuspruch. Doch auch in Halle sorgen sich Engagierte nach dem AfD-Erfolg um das „Sofa“, den „solidarischen Ort für alle“, wie Sie hier lesen können.

Wie schnell solche Orte der engagierten Zivilgesellschaft unter Druck geraten, muss sich zeigen. In der Landespolitik bleibt nach dem politischen Beben vom Sonntag schon jetzt kein Stein auf dem anderen. Bei der CDU führt das Debakel zu einem Rechtsruck. In der Landespartei und womöglich auch in der Fraktion übernehmen Hardliner das Ruder.

Auch wie sich die neuen Mehrheiten politisch auswirken, bleibt abzuwarten. Im Landtag könnten AfD und BSW recht schnell die Öffnung der Nordstream-Pipeline und die Rückkehr zu Gas aus Russland fordern. Für die Energiewende in Sachsen-Anhalt, das bisher zu den Vorreitern auf dem Gebiet zählte, sieht es dagegen künftig wohl schlecht aus.

All das sind keine schönen Nachrichten, die viele von uns fassungs- und ratlos machen. Dennoch gilt es auch, nach vorn zu schauen und zu überlegen, was dem Rechtsruck entgegenzusetzen ist. Einige Überlegungen dazu stellt Bodo Ramelow, linker Ex-Ministerpräsident von Thüringen und heutiger Vizepräsidenten des Bundestages, in einem Gastbeitrag für „nd“ an.

Ramelows Blick richtet sich in die Zukunft. Wenn Sie schon unmittelbar das Bedürfnis haben, etwas zu tun, folgen Sie einer Bitte von Robert Fietzke: Zeigen Sie Solidarität mit Engagierten in Sachsen-Anhalt, indem sie diesen „helfen, den Mut nicht zu verlieren“, und ihnen beistehen, wenn Repressionen einer AfD-Regierung beginnen. Und für Spenden sind Häuser wie die Zora auch immer dankbar.


Eine erhellende, wenn auch nicht erbauliche Lektüre wünscht Ihnen
Hendrik Lasch
nd-Korrespondent für Sachsen-Anhalt

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